Gewalt ist eine Lösung -  Stefan SchubertEs war unvermeidlich und es kam wie es kommen musste. Zahlreiche Blutergüsse, Schürfwunden oder Knochenbrüche schienen im Dienst des Polizisten Stefan Schubert nicht sonderlich aufzufallen. Auch das halbe Dutzend Straf- oder Ermittlungsverfahren, welche er mit der Zeit anhäufte fielen seiner Dienststelle scheinbar nicht besonders auf.

Sein unrühmliches Doppelleben, welches er 8 Jahre lang führte, flog aber letztendlich doch noch auf. Der Bielefelder Polizeiobermeister Stefan Schubert ging tagsüber seiner Arbeit bei der Polizei nach, aber am Wochenende bewegte er sich deutschland- und europaweit in der radikalen Fußballszene und mischte als Hooligan regelmäßig und brutal Fußballfans auf. Zwar wurde die Sache für ihn immer riskanter, je länger er sich in der Szene bewegte, aber er hatte großes Glück.

Im Jahr 1996 erkannte ein Arbeitskollege Stefan Schubert dann im Fernsehen, als er in der Bielefelder Innenstadt an vorderster Front mit einer Gruppe Hooligans eine Straßenschlacht mit 55 Verletzten anzettelte. Der im Jahr 1970 geborene Schubert berichtet nun in seiner Biographie von seinen Emotionen und Eindrücken. Der Druck, der Stress, das Adrenalin, die Ärgernisse der Polizeiarbeit. Alles spielt hier mit ein. Fotos und Zeitungsausschnitten untermalen das Bild. Er sucht nach einer Erklärung für die Faszination, die für ihn von der Gewalt ausging.

Viele seiner Kollegen wussten sogar von seinen Aktivitäten. Nachdem alles aufflog kam es zum Skandal. Für Stefan Schubert ging die Geschichte glimpflich aus und er verhandelte einen Deal mit Staatsanwaltschaft, Gericht und Polizeiführung. Er schied aus dem Polizeidienst aus und ließ sich in den Innendienst versetzen, lange Zeit nach den Vorkommnissen. Der ehemalige Freizeit-Hooligan versucht hier nun aufzuarbeiten, was geschehen ist.