"Mein Tor ins Leben - Vom Flüchtling zur Weltmeisterin", welches 2009 erschien, ist die spannende Autobiographie von Fatmire "Lira" Bajramaj. Die aus dem Kosovo stammende Spielerin der Nationalmannschaft im Frauenfußball ist gerade einmal 22 Jahre alt und war sogar schon Auswechselspielerin in der WM 2007 in China.
Ihre Lebensgeschichte begann recht unspektakulär, als sie am 1. April 1988 nahe Pec im Kosovo auf einem Bauernhof auf die Welt kam. Ihre Familie war sogar die größte in einer kleinen Siedlung von acht Häusern. Lira hatte noch zwei Geschwister und war zweitältestes Kind. Sie erzählt von Ihrer Flucht aus dem Kosovo im Alter von fünf Jahren. Ihr Vater wurde arbeitslos in den Unruhen zwischen einigen Völkergruppen, arbeitete daraufhin schwarz und bot Mitgliedern verbotener Völkergruppen illegal Unterstützung an.
Als er daraufhin eine Vorladung erhielt, floh die Familie aus dem Land. In einer 4-tägigen Flucht in einem Bus verspürte Lira große Angst. Sie waren auf dem Weg von Pec über Mazedonien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Slowakei, Tschechien bis nach Kassel. Die Familie musste die Nächte in Übergangsflüchtlingsheimen in unterschiedlichen Städten verbringen, aber bald konnte der Vater in Mönchengladbach eine Anstellung finden.
Lira erzählt, dass ihre Cousine Mimi für ihre Karriere eine sehr große Rolle spielte. Sie war ihr großes Vorbild und schnell erkannte man ihre Talente im Fußball. Ihre Eltern waren wenig begeistert von dieser Entwicklung und so musste Lira heimlich an Turnieren teilnehmen und durch einen kleinen Schwindel war ihr eine Vereinsmitgliedschaft möglich. Diese Geschichte erinnert uns alle an Storys, wie wir sie im Fernsehen gesehen haben und letztens Endes schaffte es auch Lira ihre Eltern von ihrem großen Talent zu überzeugen.
Ganimet und Ismet Bajramaj unterstützten sie letzten Endes und Fatmire begann mit dem Spielen im DJK/VfL Giesenkirchen und kam mit 11 Jahren in den FSC Mönchengladbach, mit 16 Jahren spielte sie bereits beim Erstligisten beim FCR 2001 Duisburg, und schaffte es nach schnellen Aufstiegen in die DFB-Elf unter Bundestrainerin Silvia Neid. Sie unterbrach für eine Ausbildung bei der Bundeswehr, setzte dann ihre Spielerkarriere bei Remscheid fort und wurde wurde erste Muslimin im Profifußball.