In der Türkei fragen die Männer einander beim Kennenlernen dreierlei: Woher kommen Sie? Sind Sie verheiratet? Für wen sind Sie? Die letzte Frage ist die nach der fußballerischen Vorliebe. Trotz dieser Begeisterung wird in diesem Buch erstmals die bislang selbst im eigenen Land unerzählte Geschichte des türkischen Fußballs aufgeschrieben.
Süperlig ist keine türkische Steigerung von Super, sondern geht weit darüber hinaus!
Die Turkcell Süper Lig ist die höchste Fußballliga in der Türkei. Eine Institution, die seit 50 Jahren Identitäten schafft. Die meisten Türken finden nicht einen Fußballverein gut, sie bekennen sich regelrecht dazu. Entsprechend findet auch die Auswahl des Freundeskreises statt. Wer eingefleischter Fan von Fenerbahace ist, kann keinen Kumpel haben der sich zu Beskitas bekennt.
Auch außerhalb der Türkei ist die Süper Lig eines der wichtigsten Themen. Der Sportjournalist Tobias Schächter zeigt in seinem Buch „Süperlig. Türkischer Fußball: Die unerzählte Geschichte des türkischen Fußballs“ welchen Aufschwung die Mannschaften dieser Liga und die türkische Nationalmannschaft in den letzten Jahren genommen haben. Das wirkliche Epizentrums des Vereinsfußballs liegt nämlich am Bosporus. Alleine die vier Stadien der Istanbuler Süper Lig Teams bieten über 150.000 Zuschauern Platz. Offiziell. In Wirklichkeit dürften es alleine in der Metropole am Goldenen Horn an jedem Spieltag über 200.000 Fans sein, die ihre Mannschaften in den Stadien anfeuern. Doch außer den Abonnementmeistern aus Istanbul ( Fenerbahace und Galatasaray je 17 mal und Beskitas 12 mal) gibt es auch andere Fußballvereine die sich auf die frenetische Unterstützung ihrer Anhängerschaft verlassen können.
Der Autor lebte selbst viele Jahre am Bosporus und berichtete aus Istanbul für mehrere Zeitungen. Mit interessantem Detailwissen erklärt Tobias Schächter einige Mythen und Dinge, die Außenstehenden der Süperl Lig sonst verschlossen bleiben. So zum Beispiel warum die Einpeitscher dieselbe Popularität bei den Fans besitzen wie manch hoch bezahlter Stürmerstar. Wer dieses unterhaltsame Buch gelesen hat, versteht warum die Emotionen bei türkischen Mannschaften auf und neben dem Platz manchmal etwas sehr hoch kochen. Für europäischen Geschmack zumindest.